Hexagramm 30 – Entfache dein Feuer

Hexagramm 30 – Entfache dein Feuer

Verlangen - Leichtigkeit - Verzückung

„If you're on fire, other people will come to see you burn!“

ist eine mögliche Paraphrasierung von Hexagramm 30, in dem es um Verlangen, die Hingabe an das Leben und die daraus gewonnene Leichtigkeit geht.

Wenn du für eine Sache brennst, entfachst du dadurch andere, die dir nachstreben.

In Erfolgskreisen wird gelehrt, dass du ein brennendes Verlangen nach etwas haben musst, um es zu erreichen. Das kommt ursprünglich von Napoleon Hill, der ein Erfolgsgesetz daraus gemacht hat.

There is one quality which one must possess to win, and that is definiteness of purpose, the knowledge of what one wants, and a burning desire to possess it.

In der ersten Strophe, Sutra (oder wie man das auch immer bezeichnen mag) des Tao Te Ching schreibt Lao Tzu:

„Frei von Verlangen, erkenne das Mystische;

Voll mit Verlangen, erkenne Manifestationen“

Das Verlangen ist der Weg zur Manifestationen der 10.000 Dinge. Die 10.000 Dinge sind die unendlichen Möglichkeiten, die wir haben, wenn wir voller Verlangen sind. Doch sie sind es auch, die uns nicht frei werden lassen. Frei von Verlangen, frei von den Anhaftungen des Materiellen, um das Mystische zu erkennen und Erleuchtung zu erlangen.

Können wir überhaupt frei von Verlangen sein?

In den Gene Keys schreibt Richard Rudd, dass das Verlangen der eigentliche Hunger nach Erfahrung ist und der Sinn dahinter sei Menschen zu immer neuen Fehlern zu verführen, so dass sie sich permanent weiterentwickeln können.

Es gibt eine interessanten Punkt an dieser Stelle. So wie unsere Körper aus Milliarden von Zellen bestehen, sind wir ebenfalls Milliarden von Zellen von Gaia, unserer Mutter. Wir sind ihre Fühler und Denker, mit der sie sich und andere erfahren kann. Wir sind die Form in der sich das universelle Bewusstsein hineingießen kann, um sich selbst erfahren zu können. 

Hexagramm 30 ist der emotionale Katalysator, durch welchen wir die Welt emotional erfahrbar machen.

Wir glauben oft uns befriedigen zu müssen, um dem Verlangen nachzugeben. Dabei ist nicht nur sexuelles Verlangen gemeint sondern, sondern das kann alles sein. Verlangen nach Schokolade, Nikotin, oder Anerkennung und Macht.

Das Verlangen selbst schenkt uns auf individueller Ebene jedoch keine Befriedung. Es gibt keine Erlösung des Verlangens in diesem Sinne. Denn hinter jedem Verlangen steckt ein viel tieferes Verlangen und das ist das Leiden selbst zu beenden. Doch so tief können wir nicht blicken, erst recht nicht, wenn wir in unseren emotionalen Wellen mit der Brille der Maya durch Illusionen surfen.

Doch auf kollektiver Ebene ist das Verlangen eben ein emotionaler Sensor, durch den wir dem universellen Bewusstsein eine Fläche zum Experimentieren schenken.

Unser Solarplexus ist die Schnittstelle zum Astralkörper und soll sich zu einem Wahrnehmungsapparat entwickeln, mit dem die Raves über ihre Aura kommunizieren können.

Ob diese Mutation nur den Raves vorbehalten ist, kann ich nicht sagen. Aber ich bemerke, dass viele Menschen mit offenem Solarplexus sehr feinfühlig sind und Dinge spüren/lesen/riechen können, die ich nicht wahrnehme.

Im I Ching, dem Buch der Wandlungen, ist der Name für Hexagramm 30 „anhaftendes Feuer“.

Nun Feuer haftet immer irgendwo an, es brennt und verbrennt etwas, braucht also immer einen Stoff, den es verbrennen kann. Auf dem ersten Blick wirkt das brutal und vernichtend, vor allem wenn wir an Wald- oder Hausbrände denken, wo Menschen all ihr Hab und Gut oder sogar ihr Leben verloren haben.

Wir haben einen Hausbrand erlebt und ich kann von Herzen sagen, das erste Gefühl, das ich nach dem Schock empfunden habe, war unendliche Dankbarkeit, dass meinen Kindern und uns nichts passiert ist.

Feuer ist nicht willkürlich. Es gibt Energien und Frequenzen, die gegen das Feuer schützen, bzw. das Feuer einfach in eine andere Richtung lenken. Anders kann ich es mir sonst nicht erklären, warum das Feuer bei unserem Hausbrand alles bis auf die Grundmauern vernichtet hat (inklusive kompletter Dachstuhl), aber um unsere Wohnung einen großen Bogen gemacht hat. Die verbindende Tür vom Lager (komplett ausgebrannt) zu unserer Wohnung war aus Kiefernholz. Von der Brandseite war sie komplett verkohlt, von der Wohnungsseite hat man keine Spur gesehen.

Dadurch dass wir „nur“ einen extremen Wasserschaden vom Löschwasser hatten, konnten wir noch vieles Brauchbares retten, wie unser Vollholzbett oder ein paar Bücher.

Ähnliches hat eine gute Freundin beim Vulkanausbruch auf La Palma erlebt. Sie ist Zeugin des Ausbruchs und stand gerade vor ihrem Haus, als die Bergflanke keine 2 km entfernt explodiert ist. Alle sind sofort geflohen, viele konnten aber noch einiges aus ihren Häusern retten, bevor diese von der langsam dahinrollenden, teilweise 16 Meter hohen Lavafluss vernichtet wurden. Doch das Haus meiner Freundin steht noch, obwohl alles ringsherum zerstört wurde. Die Lava ist genau an der Hauswand vorbeigeflossen. Letzte Woche war sie wieder in dem Haus, um auszumisten und Loszulassen.

Warum erzähl ich diese Geschichten?

Es gibt Kiefernarten, deren Zapfen sich erst durch ein Feuer öffnen, sodass die fruchtbaren Pinienkerne in den Waldboden gelangen, wo die neue Saat aufgehen kann.

Loslassen ist ebenfalls ein gutes Stichwort. Denn Feuer hat nicht nur die Kraft der Vernichtung, sondern die Gabe der Reinigung. Es haftet an. Es haftet an den limitierenden Gedanken, die wir haben, es haftet an Erinnerungen, die uns nicht in Ruhe lassen, es haftet an Emotionen, wie Frust, Wut oder Verbitterung. Erst wenn wir den Gedanken, die Erinnerung oder die Emotion loslassen, und wir keine Energie mehr reingeben, löst sich das Feuer und löst eine Reinigung aus. Wir durchbrechen den Kreislauf des immer wiederkehrenden Gedankenkarrussels und transformieren unser Verlangen, unser inneres Feuer auf einer höheren Ebene, wo es uns eine lichte Leichtigkeit schenkt. 

Hexagramm 30 lässt unser Licht strahlen.

Es bedeutet nicht, dass dann alles einfacher wird, oder kein Verlangen mehr aufkommt. Es kommen neue Gedanken und Emotionen, Ereignisse, mit denen wir klar kommen müssen, unser Schicksal, dass uns erwartet, dem wir nicht ausweichen können. Aber mit der transformierten Energie von Hexagramm 30 können wir es mit einer Leichtigkeit angehen. Wir stellen unser Licht nicht unter einen Scheffel, sondern tragen es in die Welt und können diese dadurch mit anderen Augen wahrnehmen, mit Humor und einer verständnisvollen Distanz, die uns zum teilnehmenden Beobachter des Spiel des Lebens werden lässt.

Wir müssen unserem Verlangen nach etwas nicht mehr entsagen, disziplinierter zu sein oder uns verstellen und so tun als wären wir gegen alles resilient. Wir können einfach mitspielen und Verlangen ist ein Teil des Spiels.

In this sense true lightness can be seen as the letting go of the need to escape desire itself.

Hexagramm 30 ist ein ekstatischer Tanz im Spiel des Lebens

Auch wenn manche Erfahrungen in diesem Spiel schmerzhaft sein mögen, im Grunde sind wir genau dafür hier, um sie zu erfahren. Das ist der Tanz des Lebens, manchmal tanzen wir Samba, manchmal eben Tango.

Auf der frequenziellen Ebene des Siddhi löst Hexagramm 30 eine ekstatische Energie des Tanzes und der Trance aus. Es ist nicht etwa Shivas Tanz zu dessen Ehren vor zwei Tagen ein großes Tanzfest stattgefunden hat. Diese Energie ist die von Shakti, einer zutiefst weiblichen Energie, die von oben in uns herab fährt, während wir von unten nach oben streben, um sie zu treffen. Es ist das Zusammenspiel von Bhakti und Shakti, von Evolution, dem was durch Mutationen dem universellen Bewusstsein emporstrebt und Involution, das was aus dem universellen Bewusstsein in uns herabfährt.

In unserer westlichen Welt ist die Extase mit einem Tabu belegt. Begierde, Verlangen galt als sündhaft und der extatische Tanz wurde von der Kirche dem Satanismus zu geschrieben und „ausgetrieben“. Vermutlich wusste die Kirche ganz genau, wozu wir durch unsere bewusste Schöpferkraft im Stande sind und hat daher alles verboten, was diese Energie anzutreiben vermochte, extatische Tänze, tantrische Orgasmen, geheime Losungen, offene Gefühle, freie Rede…

Ich möchte mit der Rolle der Kirche in diesem Spiel enden, sondern mit einer Empfehlung schließen.

Tanze und lass los!

Beim Tanzen verhält es sich ähnlich wie beim Lachen oder Lächeln. Es hat einen rückwirkenden Effekt auf deinen Gemütszustand. Wenn wir gute Laune haben, dann lachen wir. Wir können aber auch schlechte Laune haben und dann lachen, dass hebt unsere Laune ganz gewiss an.

Wenn wir gut gelaunt sind und eine Leichtigkeit verspüren, tanzen wir. Und umgekehrt kann uns das Tanzen helfen in einen Zustand der Leichtigkeit zu kommen. In dieser Leichtigkeit können wir loslassen, vergeben und das einfach durch den Tanz des Lebens tanzen.

Kennst du den Film „Männer die auf Ziegen starren“? Ich weiß nicht nur der Titel, sondern der ganze Film ist verrückt, doch enthält ein paar interessante Weisheiten, wie zum Beispiel

„You have to free your feet before you can free your mind.“

Hier ist ein Ausschnitt…

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