La Palma Vulkan

La Palma Vulkan - Das Element Feuer

Once in a Lifetime

Live bei einem Vulkanausbruch dabei zu sein ist wirklich eine einmalige Gelegenheit, die man vermutlich nur einmal im Leben bekommt.

Ich sitze gerade gemütlich auf einer Bank im Gemüse-Garten der Finka, auf der wir hier im hohen Norden bei Santo Domingo, in La Palma wohnen. Der Wind stürmt heute stark aus Nordost und bricht dir Wolken hin und wieder auf. Gerade jetzt scheint etwas herbstliche Sonne auf meine Füße, während der Rest von mir im Schatten eines… Ja wie heißt überhaupt dieser Baum? In Palmerischer Botanik bin ich noch nicht so fit, lerne aber täglich etwas dazu.

Das Donnern und Dröhnen des Vulkans

Wie du merkst, geht es in diesem Beitrag weder um Human Design noch um Gene Keys. Wenn du dich dafür interessierst, empfehle ich dir die Beiträge von Anne in unserem Human Design Blog. Wenn du dich mehr für Scanner relevante Themen interessierst, schau dir dir verschiedenen Typen von Scannerperösnlichkeit an.

Jedenfalls höre ich, wenn ich hier so sitze das entfernte Donnern und Dröhnen des Vulkans auf der anderen Seite der Insel. Das ist eine Premiere, dass wir den Vulkan hier bei uns hören können, bisher konnte ich sein Brüllen (oder vielmehr ihr Brüllen) nur einmal weiter oben auf 1000 m vernehmen. Hier sind wir auf 600 Metern.

Ich kann verstehen, dass die Menschen in Los Llanos keine Ruhe finden, bei all dem Gedonner und Getöse. Hin und wieder hört es kurz auf, doch schnell geht es dann weiter, in einer Sprache, die nur andere Vulkane an anderen wunderschönen Orten der Welt, oder vielleicht auch Vulkanologen verstehen können.

Leben auf dem Vulkan von La Palma

Wir sind auf einer Vulkaninsel und jeder der hier lebt, Urlaub macht oder vorübergehend Zeit seines Lebens hier verbringt weiß das. Aber kaum einer konnte wissen was ein Vulkanausbruch wirklich bedeutet. Ich meine jetzt erstmal nicht die transformative, ja beinahe tantrische Energie, die so ein Vulkan ausströmt, sondern die ganz praktischen, alltäglichen Herausforderungen beim Zusammenleben mit einem Vulkan.

Es ist kein Mensch gestorben, das schicke ich schonmal voraus. Es wurde bisher nur ein Mensch verletzt, weil er die Lava anfassen wollte. Muss man nicht verstehen.

Was also ist hier auf der Insel passiert und warum trifft es die meisten wie ein Schock oder zumindest total unerwartet, wo doch jeder wissen musste, dass es zu einem Ausbruch kommen kann?

La Palma ist die jüngste Insel der Kanaren

Für alle, die La Palma nicht kennen, oder auch nicht vertraut mit den Kanarischen Inseln sind, La Palma ist mit 2426 Metern Höhe die jüngste und grünste kanarische Insel. Fuerteventura im Osten ist die älteste und trockenste. Dort gibt es fast ausschließlich Wüste. Von Wind und Meer klein gemahlener Lava- und Muschelsand. Die Vulkane schlafen tief und fest und zu Menschen Gedenken sind dort keine Ausbrüche mehr verzeichnet worden. Anders als Lanzarote, wo man im Timanfaya Nationalpark, dem großen Vulkangebiet noch über Vulkanschlote gegrillte Schweinrippchen bestellen kann. Dort war der letzte Ausbruch 1824 Auch auf Teneriffa und El Hierro weiß man von den letzten Ausbrüchen (Teneriffa, am Chinyero, 1909; El Hierro, Submarine Eruption 2011), doch auch diese kann man an einer Hand abzählen.

Auf La Palma kommt es etwa alle zum Vulkanausbruch

Ganz anders auf La Palma. Hier kommt es ca. alle 50 Jahre zu einem Ausbruch. Der letzte war im Gebiet Teneguia im Süden der Insel im Jahr 1971 vor fast genau 50 Jahren. Das heißt, die Menschen, die diesen Vulkanausbruch damals erlebt haben, sind heute sehr alt oder schon tot. Deshalb ist die ‚Gefahr‘ auch nicht so wirklich präsent gewesen.

La Palma ist die steilste Insel der Welt und hat einen ruhigen, sehr grünen und wenig besiedelten Norden und einen belebteren und dafür weniger grünen Süden. Hier wachsen hauptsächlich Kiefern und im Norden viele Lorbeerarten, aber auch alle möglichen anderen Bäume, wie Kastanien, Eukalyptus, Ficusarten, und viele verschiedene Obstbäume von der Banane, über die Avocado, Orange, und Feige bis hin zum Apfel und zur Birne. Diese wurden natürlich von den ersten spanischen Einwanderern mitgebracht, um sich das Leben hier kulinarischer zu gestalten. Ach ja, und Palmen gibt es natürlich auch, deshalb heißt die Insel wohl La Palma.

Das weibliche Temperament des La Palma Vulkan

Kommen wir zurück zum La Palma Vulkan, oder Vulkanin. Da es sich um ein Wesen von Mutter Gaia, Mutter Erde handelt und viele Schamanen von weiblicher Vulkanenergie sprechen, dürfen wir annehmen, dass auch die Vulkane auf La Palma weiblicher Natur sind. Deshalb vielleicht auch dieses energische Temparament. Manche sprechen sogar von der Vulva des Vulkankraters.

Der Norden hat schon lange seine vulkanische Aktivität eingestellt. Der zentrale Vulkanberg war so groß, dass er müde und schläfrig wurde und schließlich eingeschlafen ist (das soll kein Argument sein, sondern dient nur poetischen Zwecken). Wind, Regen und das palmerische Flusssystem haben den zentralen Berg so lange geschliffen, dass die wunderschöne, aber dennoch mächtige Caldera de Taburiente im Herzen der Insel entstanden ist. Hier treffen drei Hauptquellen aufeinander und bilden ein feines Netz aus Bächen, die nach starken Regenfällen oder der Schneeschmelze zu reißenden Gebirgsflüssen heranschwellen. Ja, auf La Palma gibt es hin und wieder Schnee, oben auf dem Roque. Es wird vermutet, dass die Wasserquellen aus zusammenhängenden unterirdischen Wassernetzen gespeist werden und ein enormes unterirdisches Höhlensystem besteht, das die ganze Insel verbindet und mit Wasser versorgt.

Auf der Cumbre Vieja ist der La Palma Vulkan aktiv

Im Süden der Insel gibt es im Westen einerseits die Ebene zwischen El Paso, Los Llanos de Aridane und Todoque. Auf Spanisch heißt Ebene Los Llanos, und in der indigenen Sprache der Guanchen, der Ureinwohner von Benahoare (so nannten sie ihre Insel) Aridane. Und andererseits die Cumbre Vieja, die Vulkanroute, die vom Süden in Fuencaliente immer weiter bergauf bis zum Pass beim Refugio El Pinar führt, wo sie von der Cumbre Nueva als Verbindung zur Caldera de Taburiente nach Norden hin abgelöst wird.

Im Osten, also auf der anderen Seite der Cumbre Nueva und der Cumbre Vieja, die Namen sind übrigens irreführend, denn die Cumbre Vieja ist der viel jüngere Bergzug, ist es weniger steil und es wächst eine üppige Vegetation, weil sich die Passatwolken, die von Nordost kommen dort stauen, um sich dann wie in einem Wasserfall, la Brisa genannt, über die Cumbre Nueva nach Westen zu ergießen. Dort im Osten liegen die Städte Santa Cruz, Brena Baja und Mazo, wo wir zu Beginn unserer Reise gewohnt haben.

Warte kurz, ich schreibe gleich weiter….

La Palma Vulkan

Die rot-glühende frische Lavakruste des La Palma Vulkan

Wow, wie gut, dass du noch da bist. Ich habe nämlich spannendes zu berichten. Gestern Abend sind wir zum Time gefahren. Das ist ein Aussichtspunkt am Rande der Caldera de Taburiente mit Blick über das Aridane-Tal. Wir haben zum ersten Mal den Vulkan gesehen und wie er sich in einem 3.5 km langen Lavafluss ins Meer ergießt. Dort entsteht gerade neues Land und man kann die frische Lavakruste noch feuerrot glimmen sehen. Was für ein Anblick. So faszinierend, ehrfurchtsvoll. Und gleichzeitig erschreckend zu wissen, dass die Lavamassen fast tausend Häuser unter sich begraben haben. Der Vulkan selbst hat sich in rot-glimmenden Wolken gehüllt. Wir konnten aber das konstante Brüllen und Dröhnen dieses Feuerwesens hören. Ich hatte es mir tatsächlich lauter vorgestellt, denn in Las Tricias hinterm Berg und auch bei uns im Norden war es fast lauter und erdrückender. Vielleicht wird der Schall in der Caldera de Taburiente verstärkt oder die ganze Insel dient als Resonanzköper mit seinen vielen Tunneln und Hohlräumen zwischen den uralten Lavabergen.

Vulkanasche des La Palma Vulkan auf unserer Terasse

Heute Nacht hat der Wind aprupt aufgehört und seitdem rieselt es konstant Vulkanasche vom Himmel. Man spürt wie die Aschepartikel auf der Haut landen und alle Stunde kann man pro Quadratmeter ein Kehrblech voll Asche zusammenfegen. Vielleicht machen Leonard und ich den Versuch und messen aus wieviel Asche pro Quadratkilometer in der Stunde fällt, doch ich befürchte unsere Küchenwaage kann nicht so kleine Mengen abmessen.

Zurück zur Cumbre Vieja

Dort ist der Vulkan nämlich ausgebrochen. Wenn du mal bei Google Maps schaust, kannst du all die vielen kleinen Vulkankrater sehen, die sich entlang dem Wanderweg Ruta de los Vulcanes hintereinander reihen. Unter der Cumbre, bzw. überhaupt unter La Palma und den anderen Kanarischen Inseln befindet sich eine riesige Magmablase, die konstant das flüssige Magma nach oben Richtung Erdoberfläche drückt. Hier auf der Cumbre kommt es seit Tausenden von Jahren immer wieder zu Vulkanausbrüchen, aber niemand weiß genau wann und wo sich die Erde öffnet, um ihre feurige Glut auszuspucken, um neues Land zu gebären.

Die Guanchen haben die La Palma Vulkan Ausbrüche nicht dokumentiert

Historisch können nur dir letzten sechs Ausbrüche datiert werden. Davor war die Insel von Guanchen bewohnt und diese haben die Ausbrüche nicht dokumentiert, zumindest nicht in einer für uns nachvollziehbaren Form. Vielleicht sind die bekannten Spiralen und reliefartigen Einkerbungen im Fels, die man überall auf der Insel finden kann, ein Hinweis auf vulkanische Aktivität, oder energetische Zusammenhänge, doch genau konnte das noch nicht entschlüsselt werden.  

1971: Teneguía (im Süden bei Fuencaliente<br>
1949: San Juan (auf der Cumbre Vieja nach Osten und Westen<br>
1712: El Charco (In El Paso, oberhalb der Aridane <br>
1676-1678 San Antonio (bei Fuencaliente)<br>
1646: San Martín (auf der Cumbre Vieja nach Osten)<br>
1585: Tajuya (El Paso)

Es konnte nicht vorhergesehen werden, wo der La Palma Vulkan ausbricht.

Abgesehen davon, dass aus sechs Ausbrüchen keine statistischen Ableitungen möglich sind, sieht man, dass die Abstände zwischen den Ausbrüchen zwischen 22 und 237 Jahren variieren und die Ausbruchdauer von 23 Tagen (Teneguía, 1971) bis ca. 2 Jahren (San Antonio, 1976-1978) dauern kann. Die Verteilung der Ausbruchstellen reichen von der Südspitze in Fuencaliente (Teneguía und San Antonio) bis nach El Paso, in der Mitte der Insel (Tajuya, El Charco). Die Cumbre Vieja setzt sich im Übrigen unter Wasser nach Süden hin fort, wo noch viel vulkanische Aktivität zu erwarten ist.

Es konnte also überhaupt nicht vorhergesehen werden, wo der Vulkan ausbricht. Es gab lediglich eine Wahrscheinlichkeit, dass es dort wo das Zentrum der ca. 2000 gemessenen Erdbeben eine Woche vorher lag auch zum Ausdruck kommt. Doch keiner hatte gedacht, dass es so schnell geht. Diese Erdbeben-Schwärme gab es schließlich letztes Jahr auch schon, und niemand kann sagen, wie sich der weitere Ausbruch entwickelt und wie lange er anhält.

Am 19.09.2021 kam es also unerwartet zum Ausbruch

Am 19.09.2021 kam es also unerwartet zum Ausbruch im Waldgebiet nördlich von Las Manchas, etwa zweieinhalb Kilometer oberhalb von Todoque. Die Ausbruchstelle liegt wenig nördlich vom Krater des San Juan von 1949 im Llano del Banco. Die Lavamassen des letzteren bildete ein 6 km lange und 3,5 km breite Lavaplattform im Meer, nördlich von Puerto Naos, wo heute der Leuchtturm steht und die Ortschaft La Bombilla gegründet wurde. Beide wurden vom diesjährigen Vulkanausbruch verschont. Die Lava trat vor wenigen Tagen, am Abend des 29.9.2021 ins Meer ein und bildet rasch eine neue, noch glühend heiße Landzunge, die bereits 25 Hektar groß ist.

Freunde von mir aus Todoque haben Hals über Kopf ihre Häuser verlassen

Das ist für die Menschen, die ihre Häuser und Wohnungen verloren haben, kein Trost. Ein paar Freunde von mir, wohnten in Todoque, und haben den Ausbruch live miterlebt. Alle mussten ihre Häuser und ihre meisten Habseligkeiten zurücklassen und die wenigsten Häuser in Todoque wurden von den gigantischen Lavamassen verschont. Hier sieht man das Ausmaß und die Größe des betroffenen Gebiets.

Mein Mitgefühl geht an die Tausenden von Menschen, die in Todoque gelebt haben

Mein Mitgefühl geht an die Tausenden von Menschen, die in Todoque gelebt haben und ihr Haus durch den Vulkanausbruch von Tajogaite, wie der neue Vulkan von Gran Mierda (was gespaltener Berg heißt) genannt wird, verloren haben.

Im nächsten Beitrag schreibe ich über das Element Feuer und wie wir die transformative Vulkanenergie für uns nutzen können, um alte Glaubenssätze aufuzulösen.

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